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the birds club

schauspielhaus graz_________________2003

Für frenetischen Jubel sorgte die Premiere von "The Birds Club" auf der Probebühne des Grazer Schauspielhauses. Inspiriert von Motiven aus Alfred Hitchcocks Filmklassiker "Die Vögel" begeisterte das Ensemble von "Tanz, Graz" durch Körperbeherrschung und eine klare Choreographie unter der sicheren Leitung von Catherine Guerin.
VON MICHAEL EISNER

Was sind die Motive von Alfred Hitchcocks Film? Die Vögel stehen vordergründig für unkontrollierbar auf den Menschen einstürzende Ängste, dahinter steht die Beschäftigung mit der Figur der "Femme fatale". Der starken, selbstbewussten, bewegten Frau, die vielen Männern Angst macht. Das Stück beginnt mit einer programmatischen Aufzählung von über sechzig Vogelarten und geht über in einen variantenreichen Tanz, wobei Young na Hyun als sich selbst einkochendes Hähnchen süß-sauer und als hungriges Nesthäkchen hervorsticht. Nach Halbzeit mutiert das Federvieh zu uniform grellgrün gekleideten Frauen, die fortan tanzend weibliche Identitätsmodelle erforschen. Hier glänzt Viktoria Gionina durch atemberaubende, fast schon artistische Solo-Einlagen.

Das minimalistische Bühnenbild besteht aus, von den Tänzerinnen gezielt eingesetzten Stellwänden und Sockeln, deren Platzierung völlig organisch im Tanz aufgeht. Auch der Soundtrack ist erwähnenswert. Anfänglich abstrakte elektronische Klangcollagen gehen gegen Ende in euphorische Popsongs über.

Die Ausstattung beschränkt sich auf Federn, die zuerst Gefieder sind und später als Symbole für Schmuck und den Verlust der Unschuld dienen. Der Zusammenhang mit dem Film ist zugegebenermaßen recht lose, doch wirkt die frei assoziierte Inszenierung Catherine Guerins in sich schlüssig. Neun Vögeln bis zum Happy-End bei ihren Tänzen zuzuschauen war noch nie so schön - das gelungene Stück wurde mit frenetischem Applaus goutiert.

21.10.2003, Kronenzeitung