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desert island dances

desert island dances____________2012

Mannheimer Morgen, Samstag, 23.06.2012 von Nora Abdel Rahman

Junges Theater Heidelberg - ClubTanz

Ein Ort der Sehnsucht

Einen geschmeidigen Körper wünscht sich die eine, Vergebung oder eine Pizza mit Ruccola die anderen. Es sind die in den Zuschauerraum gerufenen individuellen Wünsche einer Gruppe von jungen Frauen. Sie ziehen zu Beginn von "Desert Island Dances" im Hintergrund wie Fremdkörper entlang der Bühnenwand. Fremd oder vertraut, irreal oder real sind Stichwörter, die das Stück thematisch einordnen. Catherine Guerin, Choreographin, Tänzerin und Pädagogin in Heidelberg, hat über ein halbes Jahr mit zwölf jungen Künstlern gearbeitet erneut eine Arbeit aus Tanz und Sprache vorgelegt. Offen und am Prozess orientiert ist der Arbeitsstil von Guerin.
Bewegung und Sprache sind in ihrer Choreographie bald gekoppelt, bald entkoppelt, um fremde oder bekannte Räume, Orte oder Inseln zu markieren. Wörter der Protagonistinnen, die sich wie im freien Lauf wandeln, werden von den Bewegungen enträtselt. Etwa in einer Szene, die den einzigen männlichen Mitspieler mit einer Tänzerin zeigt: Sie spricht in einer fremden nordischen Sprache auf ihren Partner ein - aus den Sätzen werden Klangelemente, rätselhaft und wie aus einem Traum kommend. Später tanzen die beiden mit Stöcken einen geschmeidigen und zugleich kraftvollen Tanz, der den fremden Ausdruck in etwas Klares und Vertrautes wandelt.
Darin liegt die große Stärke des Stücks und der Arbeitsweise von Guerin. Immer wieder schafft sie es mit der jungen Truppe, sich entlang dieser ungewissen Beziehungen von Körpern zu bewegen. Inseln sind sie mit eigener Sprache, eigenen Wünschen und Sehnsüchten. Die verschiedenen Clubs am Heidelberger Theater bieten vor allem jungen Menschen die Möglichkeit, in einen kreativen Prozess einzusteigen und sich damit auf der Bühne zu präsentieren. Mit "Desert Island Dances" zeigt der Club Tanz die starke Präsenz einer Gruppe, die mit Engagement und Lust am Ausprobieren ein ganz eigenes Potenzial entwickelt hat. Davon kann es nie genug geben.