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schneekönigin

schneekönigin____2015

Aufführung im Englischen Institut Heidelberg im Februar 2015

Rhein-Neckar Zeitung 25.Februar 2015

Eeiß, kalt, unnahbar – so zeigt sich die Schneekönigin (Daisy Otter)imgleichnamigenStück und bei den Aufführungen des Unterstufentheaters im Englischen Institut. Schließlich ist es ihr eisiger Kuss, derKay (Anna Stoffel) das Leben aus den Gliedern saugt, bis ihm so gar nichts mehr etwas bedeutet. Das glitzernde Biest mag Otter übrigens, die in den Jahren im Schultheater fast immer die Rollen der Bösewichte zu spielen bekam. „Da versuchten nämlich zu verstehen,was sich hinter dem Kühlen verbirgt“, berichtet die 13-Jährige. „Die Schneekönigin aber ist schwer zu spielen. Sie ist elegant, sie ist cool. Aber böse wegen ein paar Rosen?“ Die nämlich hatten die Großmutter (Maja Senghas) und das Blumenmädchen (Emma-Rose van Went) dem Kommerzienrat (Jan-Marco Rausch) – einem Diener der Schneekönigin – nicht verkaufen wollen. Wie fest nun aber die Schneekönigin auf ihrem Thron sitzt und mal schnell das Leben aller durcheinander wirft, zeigt Otter in schockgefrorenen, wilden und verrückten Blicken. Die genügen auch schon – und Kay ist wie gebannt.
Wie nur fühlt sich so etwas an? „Das Interessante an Kay ist, dass er sich am Anfang immer mit Gerda rauft. Die mag er und er will sich ihr beweisen. Toll auch für mich zu spielen, da kann man einmal auf der Bühne schreien. Nur dann später friert er ein. Das ist echt ein seltsames Gefühl – somachtlos“, sagt Stoffel. Eigentlich ist das Märchen auch eine Geschichte der Freundschaft – jener zwischen Gerda (Julia Kornacka) und Kay. Denn als der Junge sein Zuhause verlässt, kann Gerda ihn nicht vergessen und macht sich auf die Suche nach ihm. In der Aufführung des Englischen Instituts trifft das Mädchen dabei auf verspielte Krähen und Elstern (Nalan Kundak, Swathi Gudapati, Medha Bhoomireddy), auf einen im breitesten Schwäbisch plappernden Prinzen (Hannah Papp) und auf die kindliche Prinzessin (Amalie Wandernoth) samt Vater (Efrat Negusse). Und sie trifft außerdem auch auf wilde Räuber (Elina Wolf, Philippa von Rekowski) und ein Rentier (Josepha Yen), die nicht einsehen wollen, dass sie Gerda wieder weglassen müssen.Gehen abermuss sie,
umsich derSchneekönigin zu stellen. Als Kind, das verrät Kornacka, hatte sie immer Angst vor der unnahbaren Königin. „In Hörspielen wirkte sie so gruselig.“ Daher sei es durchaus schön, jetzt als Jugendliche, das Stück „selbst zu gestalten“, sagt die 12-Jährige. Überhaupt ist es dieses „sich selbst einbringen“, was sie am Theater liebt. Dass da nicht immer alles wie am Schnürchen läuft, ist eigentlich klar. Die Generalprobe beispielsweise musste ausfallen, weil die Technik nicht mitspielte, und auch die Premiere beginnt beinahe 20 Minuten später – aus demselben Grund. „Training gegen Lampenfieber“, nennt Stoffel das. „Wenn du auf der Bühne stehst, und dann geht das Licht nicht oder die Musik, lernt man mit Lampenfieber umzugehen. Man kann ja nicht die ganze Zeit mit einem mulmigen Gefühl dastehen.“ Am Ende gibt es aber doch noch eine Aufführungmit kleinen Lichtspielen,mit Musik, die Herzschlägen gleicht – und so das Marionettenhafte verdeutlicht –, und exakt aufeinander abgestimmten Choreografien. „Jeder lernt, seiner Rolle zu vertrauen und sich vor dem Publikum fallen zu lassen“, erklärt Catherine Guerin, die zusammen mit Schauspielerin Monika- Margret Steger und den Schülern an dem Stück feilte. In den letzten Sekunden auf der Bühne kann Gerda ihren Kay sogar noch retten – und die Schneekönigin? Sie ist noch immer „da draußen irgendwo“, heißt es im Theater.