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two to tango

two to tango____________2012

Regina Baumgart und Catherine Guerin im Felina-Areal, 18. und 19.Oktober 2012

Sich selbst erfinden statt Rollen spielen

Von Monika Lanzendörfer

Der Schlüssel zu diesem Stück heißt „Creation in action“. Diese Worte
fallen während einer Sprechszene: Catherine Guerin teilt die Tanzfläche
des Mannheimer Theaters Felina-Areal in zwei Hälften und behauptet:
Wo ich nicht bin, gähnt die Leere, herrscht Finsternis. Die Tänzerin
und Choreografin erzählt noch Vieles mehr an diesem Abend. Sie
plappert über die Liebe, gibt den unappetitlichen Inhalt des Films
„Die Fliege“ von David Cronenberg wieder und ist zuständig fürs Röcheln
oder Schmatzen.Ihre introvertierte Duo-Partnerin
Regina Baumgart lädt sich kräftezehrende Ausdauerübungen auf. Sie
liegt bäuchlings mit ausgestreckten Armen und Beinen auf dem Sitz eines
Stuhls, und das Premierenpublikum wartet nun, wie lange Baumgart
diese Pose aushalten kann: Es wird eine halbe Ewigkeit. Über Sinn und
Zweck solcher und ähnlicher Demonstrationen mag man streiten.
Erfreulich ist: Die Zuschauer werden auf Schritt und Tritt angesprochen
und so ins Geschehen mit einbezogen. Die Tanzperformance „Two to
Tango“ klebt einzelne Elemente scheinbar willkürlich aneinander.
Eines haben sie jedoch gemeinsam. Schattenboxen und Umarmen, Zurückfallen
in die Kindheit und Vorausblicken in skurrile Gebrechlichkeit
sind Vorgänge, die beide Darstellerinnen frei, oft auch unabhängig
voneinander steuern. Sie erfinden sich selbst, brauchen also keine
Rolle zu interpretieren. Ihre Aufführung setzt auf Überraschung, sie entsteht
teils geplant, teils aus dem Bauch heraus.
  Anregungen aus dem Tango Ideensammlung, Selbstbespiegelung,
Bewegungsstudien – das Heidelberger Duo mit dem trotzigen
Namen „Still Moves“ (Es geht immer noch) saugt aus seinem „Tango“-Titel
eine Fülle von Anregungen, die Kontrast-Paare bilden: Kampf und
Versöhnung, Spannung und Entspannung, hölzerne Starre und torkelnde
Albernheit. Sie bekommen lose musikalische Begleitung, halten
die Szenenfolgen zusammen und gewähren einen weiten Spielraum
fürs Improvisieren. Die Besucher lassen sich gerne überraschen und
danken mit donnerndem Beifall.

Ausstattung: Miriam Busch - Licht: Norbert Mohr